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Nachhaltige Reinigungsmittel

Der Einsatz nachhaltiger Reinigungsmittel im Facility Management

Der Einsatz nachhaltiger Reinigungsmittel gewinnt an Bedeutung, da herkömmliche Reinigungschemikalien oft umwelt- und gesundheitsschädliche Auswirkungen haben. Nachhaltige Reinigungsmittel schützen nicht nur Boden und Grundwasser vor schädlichen Substanzen, sondern tragen auch zur Gesundheit der Beschäftigten und Nutzer von Gebäuden sowie zur Leistungsfähigkeit von Mitarbeitenden bei. Eine konsequent nachhaltige Reinigungsstrategie kann Kosten senken, gesetzliche Vorgaben einhalten und das Image verbessern.

Gesundheitlich schaffen nachhaltige Reinigungsmittel sichere Arbeitsbedingungen für Reinigungskräfte und ein angenehmes, schadstoffarmes Raumklima für alle Gebäudenutzer. Dies fördert Wohlbefinden und Produktivität – die Leistungsfähigkeit der Menschen in einer sauberen, nicht belasteten Umgebung steigt nachweislich. Ökonomisch rechnet sich nachhaltiges Reinigen durch Einsparpotenziale, Werterhalt und Effizienzgewinne mittel- bis langfristig, auch wenn einzelne Produkte zunächst teurer erscheinen mögen. Es ist unerlässlich, nicht nur was eingesetzt wird (die Reinigungsmittel), sondern auch wie gereinigt wird (Methoden, Intervalle, Technik) und wer es tut (qualifizierte, sensibilisierte Mitarbeiter) in das Konzept einzubinden. Nur so entfaltet nachhaltige Reinigung ihre volle Wirkung.

Nachhaltige Reinigungsmittel sind kein Nischentrend mehr, sondern ein zentraler Baustein einer modernen, zukunftsfähigen Facility-Management-Strategie. Die Investition in nachhaltige Reinigung ist eine Investition in die Zukunft – ökologisch sinnvoll, sozial verantwortungsvoll und ökonomisch klug. Damit wird die Gebäudereinigung vom reinen Selbstzweck zu einem Vorzeigebereich, der zeigt, wie Nachhaltigkeit im Alltag gelebt und umgesetzt werden kann.

Öko-Produkte für Reinigung, Pflege & Schutz

Umweltaspekte: Schutz von Boden, Wasser und Klima

Der vielleicht offensichtlichste Vorteil nachhaltiger Reinigungsmittel liegt im Umweltschutz. Herkömmliche Reinigungschemikalien gelangen nach ihrem Einsatz in der Regel ins Abwasser. Von dort aus können sie – trotz moderner Kläranlagen – in Gewässer und Böden gelangen. Dies birgt Risiken für Grundwasser, Oberflächengewässer und die darin lebenden Organismen.

Nachhaltige Produkte hingegen sind darauf ausgelegt, diese Belastungen zu minimieren.

  • Wasser- und Bodenschutz: Viele klassische Reiniger enthalten Stoffe, die in der Umwelt persistent sind oder schädliche Wirkungen entfalten. Beispielsweise wurden früher Phosphate in Wasch- und Geschirrspülmitteln eingesetzt, die in Gewässern zur Eutrophierung (übermäßige Algenbildung durch Nährstoffeintrag) führen konnten. Auch Tenside älterer Generationen oder bestimmte synthetische Duft- und Farbstoffe sind biologisch schwer abbaubar und können sich in Gewässern anreichern. Nachhaltige Reinigungsmittel setzen dem entgegen auf leicht abbaubare Tenside (gemäß EU-Vorgaben müssen Tenside heutzutage aerob biologisch abbaubar sein) und verzichten auf Phosphate sowie auf Halogenverbindungen wie Chlor, die Wasserorganismen schädigen könnten. Durch diese Maßnahmen wird die Gewässerökologie weniger belastet. Zudem tragen umweltfreundliche Reiniger dazu bei, dass weniger problematische Chemikalien in den Boden gelangen – etwa beim Reinigen von Außenflächen oder beim Entsorgen von Putzwasser. Dadurch wird das Grundwasser besser vor Verunreinigungen geschützt. Zusammengefasst bleibt die chemische Last im Abwasser deutlich geringer, was letztlich auch Kläranlagen entlastet und die Rückführung von gereinigtem Wasser in den natürlichen Kreislauf erleichtert.

  • Ressourcenschonung und Klima: Nachhaltige Reinigungsmittel berücksichtigen oft den gesamten Lebenszyklus eines Produkts. In der Herstellung wird vermehrt auf nachwachsende Rohstoffe gesetzt und darauf geachtet, dass diese Rohstoffe umweltverträglich gewonnen werden (z. B. zertifizierte nachhaltige Anbaupraktiken für Pflanzenöle). Das schont endliche Ressourcen wie Erdöl, das in vielen herkömmlichen Reinigungsmitteln als Rohstoffbasis für Tenside oder Lösungsmittel dient. Weniger Erdölverbrauch wirkt sich zugleich positiv auf die Klimabilanz aus, da die Förderung und Verarbeitung petrochemischer Rohstoffe energieintensiv ist und Treibhausgase freisetzt. Einige Hersteller nachhaltiger Reiniger achten zudem auf eine CO₂-neutrale Produktion und regionale Bezugsquellen, um Transportwege zu verkürzen. Auch im Gebrauch ermöglichen moderne Reinigungssysteme Einsparungen: Konzentrierte Reiniger, die vor Ort mit Wasser verdünnt werden, reduzieren Verpackungsmaterial und Transportgewicht. Zudem erlauben innovative Dosiersysteme, exakt die benötigte Menge Reinigungsmittel zu verwenden – Überdosierung wird vermieden, was den Chemikalieneinsatz und letztlich die Umweltbelastung weiter senkt.

  • Abfallvermeidung: Nachhaltigkeit in der Reinigung umfasst auch die Verringerung von Verpackungsmüll und Abfällen. Ökologische Reinigungsmittel kommen häufig in großen Nachfüllgebinden oder Mehrwegsystemen. Dadurch fällt weniger Einwegplastik an. Einige Konzepte setzen auf wiederverwendbare Kanister oder Bag-in-Box-Systeme, die vom Lieferanten zurückgenommen und wiederbefüllt werden können. Weniger Abfall bedeutet weniger Belastung für Deponien, Gewässer (Stichwort Plastikmüll) und vermindert ebenfalls den Ressourcen- und Energieeinsatz für die Produktion von Verpackungen.

Die folgenden Aspekte verdeutlichen den Unterschied zwischen konventionellen und nachhaltigen Reinigungsmitteln in Bezug auf Umweltverträglichkeit und Gesundheit:

Aspekt

Konventionelle Reinigungsmittel

Nachhaltige Reinigungsmittel

Inhaltsstoffe

Enthalten oft Petrochemie (Erdölderivate), Phosphate, Chlor, synthetische Duft- und Farbstoffe.

Setzen auf nachwachsende Rohstoffe (pflanzliche Tenside, Zitronensäure etc.), keine oder wenig Phosphate, chlorfrei, Verwendung natürlicher Düfte oder Verzicht auf Duftstoffe.

Biologische Abbaubarkeit

Teilweise schwer abbaubare Inhaltsstoffe, die lange in Gewässern verbleiben können.

Hohe biologische Abbaubarkeit aller waschaktiven Substanzen, keine persistenten Chemikalien, geringere Anreicherung in Umweltmedien.

Auswirkungen auf Gewässer

Können Eutrophierung und toxische Effekte auf Wasserorganismen verursachen; Schaum und Verunreinigungen in Flüssen.

Minimierte Gewässerbelastung: keine Überdüngung (phosphatfrei), keine bioakkumulierenden Toxine, geringere Schaum- und Schadstoffbildung im Abwasser.

Innenraumluft

Lösungsmittel und aggressive Chemikalien verdampfen, belasten die Raumluft mit VOCs und Reizstoffen.

Lösemittelfreie oder -arme Formulierungen, kaum VOC-Emissionen; neutraler Geruch oder natürliche Düfte reduzieren Belastung der Atemluft.

Gefahrstoff-Einstufung

Viele Produkte als reizend, ätzend oder umweltgefährlich eingestuft; erfordern strenge Lagerung und Entsorgung.

Meist keine oder niedrige Gefährlichkeits-Einstufungen; handhabungssicherer, weniger Gefahrensymbole, vereinfachte Lagerung (teilweise keine Gefahrgutklassifizierung).

Verpackung & Abfall

Oft kleine Gebinde aus Neukunststoff, viel Verpackungsmüll; kurze Nutzungsdauer der Produkte (Verdünnung meist vom Endverbraucher, Risiko der Überdosierung).

Größere Gebinde, Konzentrate, recyclebare oder wiederbefüllbare Verpackungen; durch Nachfüllsysteme und exakte Dosierung weniger Abfall und längere Reichweite pro Einheit.

Gegenüberstellung

Diese Gegenüberstellung zeigt, dass nachhaltige Reinigungsmittel in nahezu allen umweltrelevanten Kategorien Vorteile aufweisen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass auch ökologische Reiniger in gewissem Maße Umweltlasten verursachen – eine völlige Neutralität gibt es nicht. Deshalb wird im Sinne der Nachhaltigkeit zusätzlich betont, Reinigungsmittel generell sparsam einzusetzen, nur so viel wie nötig zu verbrauchen und durch Prävention (z. B. Schmutzfangmatten, regelmäßige Unterhaltsreinigung um starken Schmutz zu vermeiden) den Bedarf an Reinigungschemikalien zu reduzieren. Insgesamt leisten nachhaltige Produkte aber einen wesentlichen Beitrag, die Umweltbelastung der Gebäudereinigung deutlich zu senken.

Gesundheitliche Aspekte und Arbeitsschutz

Neben der ökologischen Dimension spielt der Gesundheitsschutz eine entscheidende Rolle beim Einsatz von Reinigungsmitteln. In der Gebäudereinigung sind vor allem die Reinigungskräfte selbst, aber auch die Nutzer der Gebäude (Angestellte, Besucher, Bewohner) möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Reinigungschemikalien ausgesetzt.

Nachhaltige Reinigungsmittel und angepasste Reinigungsprozesse können diese Belastungen erheblich reduzieren.

  • Gefahren konventioneller Mittel: Herkömmliche Reinigungsmittel enthalten je nach Anwendungsbereich Substanzen, die akut oder chronisch gesundheitsschädlich sein können. Beispielsweise können stark saure oder stark alkalische Reiniger (wie konzentrierte Sanitärreiniger mit Salzsäure oder Ofenreiniger mit Laugen) bei Hautkontakt Verätzungen hervorrufen und bei falscher Anwendung Atemwege reizen. Lösemittelhaltige Reiniger (etwa für Fleckenentfernung oder Bodenbeschichtung) verdunsten leicht und verschlechtern die Innenraumluftqualität, was zu Kopfschmerzen, Schwindel oder längerfristig zu Organschäden führen kann. Chlorhaltige Produkte (z. B. Chlorbleichlauge in Sanitärreinigern) geben Dämpfe ab, die Augen und Atemwege stark reizen; beim Mischen mit säurehaltigen Produkten kann sogar giftiges Chlorgas entstehen – eine ernsthafte akute Gefahr. Zudem enthalten viele Produkte Duftstoffe und Konservierungsmittel, die bei empfindlichen Personen Allergien oder Hautreizungen auslösen. Berufsbedingte Asthmaerkrankungen und Hauterkrankungen (z. B. Kontaktekzeme an den Händen) sind in der Reinigungsbranche verbreitet, was auf den wiederholten Umgang mit solchen Chemikalien zurückzuführen ist. Nicht zuletzt führen schlecht belüftete Reinigungsarbeiten (z. B. Arbeiten mit Sprühreinigern in geschlossenen Räumen) zu einer erhöhten inhalativen Exposition der Reinigungskräfte gegenüber potenziell schädlichen Aerosolen.

  • Gesündere Alternativen: Nachhaltige Reinigungsmittel sind darauf ausgelegt, diese Gesundheitsrisiken zu minimieren. Sie verzichten weitgehend auf Inhaltsstoffe, die als gefährlich eingestuft sind. So sind pH-neutrale oder mildalkalische Reiniger statt extrem saurer/alkalischer Produkte erhältlich, die Haut und Augen weit weniger reizen. Wo möglich, werden Wirkstoffe eingesetzt, die für den Menschen ungiftig sind (z. B. Zitronensäure als Kalklöser anstelle von Salzsäure; Alkohol oder Essigreiniger für Glasflächen anstelle von ammoniakhaltigen Lösungen). Viele ökologische Produkte sind lösemittelfrei, wodurch keine schädlichen Dämpfe entstehen – die Raumluft bleibt für Personal und Gebäudenutzer unbelasteter. Auf aggressive Desinfektionsmittel wird außerhalb von Bedarfssituationen (wie Krankheitsausbrüchen) verzichtet, da übermäßige Desinfektion nicht nur Mikroorganismen resistent machen kann, sondern auch die Atemwege der Anwender belastet. Duftstoffe werden in grünen Produkten oft reduziert oder es werden ausschließlich natürliche ätherische Öle in geringer Dosierung verwendet; damit sinkt das Allergierisiko. Insgesamt sind ökologische Reiniger häufig dermatologisch getestet und als hautfreundlicher ausgewiesen, was die Gefahr von Hautschäden bei Reinigungskräften senkt.

  • Des Weiteren bieten viele Hersteller Materialdatenblätter mit vollständigen Inhaltsstoffangaben an, was Transparenz schafft. Reinigungskräfte können so informiert werden, was in den Mitteln enthalten ist und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen. Zwar ist das auch bei konventionellen Produkten vorgeschrieben (Stichwort Gefahrstoffkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt), doch nachhaltige Produkte tragen oft zusätzliche Umwelt- und Gesundheitslabels, die dem Nutzer signalisieren, dass unabhängige Stellen die Verträglichkeit geprüft haben (z. B. Blauer Engel, ECOCERT, etc.).

  • Arbeitsplatzbedingungen und Ergonomie: Nachhaltige Reinigung bedeutet über den Chemikalieneinsatz hinaus auch, die Arbeitsbedingungen für das Reinigungspersonal zu verbessern. Moderne Reinigungsverfahren setzen verstärkt auf Ergonomie und Sicherheit. Beispielsweise können vorgetränkte Wischmopps und Tücher verwendet werden, um das manuelle Dosieren von Reinigungsmittel im Eimer zu vermeiden – dadurch kommt es seltener zum Hautkontakt mit konzentrierten Chemikalien, und zugleich entfällt das Schleppen schwerer Wassereimer (was Rücken und Gelenke schont). Akku-betriebene Reinigungsgeräte mit geringen Lärmemissionen reduzieren die Lärmbelastung für die Beschäftigten. All dies trägt zur Gesundheit der Mitarbeiter bei und steigert deren Leistungsfähigkeit, da weniger Ausfallzeiten durch Erkrankungen oder Verletzungen auftreten.

  • Ein oft unterschätzter Faktor ist die Raumluftqualität nach der Reinigung. Wenn nach dem Putzen stechende Reinigerdüfte oder chemische Rückstände in der Luft verbleiben, kann dies die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden der Gebäudenutzer beeinträchtigen. Nachhaltige Reinigungsmittel, die neutral riechen oder nur einen dezenten natürlichen Geruch haben, sorgen für ein angenehmeres Innenraumklima. Untersuchungen zeigen, dass gute Luftqualität mit höherer Produktivität und geringerem Krankheitsstand in Büros korreliert. Indem also aggressive Chemikalien vermieden werden, leistet die nachhaltige Reinigung auch einen Beitrag zum arbeitsmedizinischen Gesundheitsschutz aller im Gebäude Anwesenden.

Zusammenfassung

Zusammenfassend fördern nachhaltige Reinigungsmittel die Gesundheit, indem sie Risiken verringern: weniger Gefahrstoffe bedeuten weniger Unfälle (z. B. Verätzungen, Verpuffungen), weniger chronische Schäden (Atemwegs- und Hautprobleme) und ein sichereres, angenehmeres Arbeitsumfeld. Dies entspricht auch den Zielen des Arbeitsschutzes nach deutschem Recht – Arbeitgeber sind verpflichtet, Gefährdungen am Arbeitsplatz so gering wie möglich zu halten. Indem Facility Manager auf ungefährlichere Produkte umstellen, kommen sie diesen Pflichten besser nach und investieren in das wichtigste Gut ihres Dienstleistungsbereichs: die Gesundheit und Motivation ihrer Mitarbeiter.

Ökonomische Aspekte und Leistungsfähigkeit

Neben Umwelt und Gesundheit müssen auch die wirtschaftlichen Faktoren betrachtet werden. In der Reinigungs- und Facility-Management-Branche herrscht traditionell ein hoher Kostendruck. Daher ist es wichtig zu zeigen, dass Nachhaltigkeit und Ökonomie keine Gegensätze sein müssen – im Gegenteil können nachhaltige Reinigungsmittel und Verfahren mittel.

Langfristig ökonomische Vorteile bringen und die Leistungsfähigkeit der Prozesse steigern.

  • Kostenbetrachtung von Reinigungsmitteln: Auf den ersten Blick sind ökologische Reinigungsmittel im Einkaufspreis pro Liter oder Kilogramm manchmal teurer als Massenware aus konventioneller Produktion. Jedoch relativiert sich dieser Vergleich, wenn man Lebenszykluskosten und Anwendungseffizienz einbezieht. Viele nachhaltige Profi-Produkte sind als Hochkonzentrate formuliert, sodass die Anzahl der Anwendungen pro Gebinde höher ist. In der professionellen Reinigungspraxis werden Dosierhilfen verwendet, die eine exakte Verdünnung ermöglichen – dadurch hält ein Kanister nachhaltigen Reinigers oft sehr lange. Die Kosten pro Anwendung können somit ähnlich oder sogar geringer ausfallen als bei unsachgemäß dosierten Billigreinigern, bei denen häufig zu viel Mittel verwendet wird. Zudem sparen Konzentrate Lagerfläche und Transportkosten (mehr Wirkstoff pro Volumen), was insbesondere in großen Liegenschaften oder bei Reinigungsdienstleistern mit vielen Objekten zum Tragen kommt.

  • Einsparungen durch Prävention und Werterhalt: Ein nachhaltiges Reinigungskonzept zielt darauf ab, Substanzerhalt und Prävention in den Vordergrund zu stellen. Gebäude, Einrichtungen und Oberflächen, die regelmäßig und materialschonend gepflegt werden, behalten länger ihren Wert. Zum Beispiel: Wird ein Fußboden mit einem für das Material geeigneten, milden Reinigungsmittel gepflegt, statt mit einer zu aggressiven Chemikalie, bleiben Beschichtung oder Oberfläche intakt – eine kostspielige Grundreinigung oder Sanierung wird seltener nötig. Der Werterhalt von Immobilien und Ausstattung ist ein ökonomischer Vorteil, der durch nachhaltige Reinigungsmethoden begünstigt wird. In Zertifizierungssystemen (z. B. DGNB für nachhaltige Gebäude im Betrieb) wird dieser Aspekt ausdrücklich genannt: regelmäßige, nachhaltige Pflege verlängert Renovierungszyklen und spart dadurch Kosten.

  • Reduzierte Entsorgungskosten: Gefährliche Reinigungschemikalien verursachen nach Gebrauch oft höhere Entsorgungskosten. Beispielsweise müssen Restbestände oder Verpackungen mit Gefahrstoffkennzeichnung als Sondermüll behandelt werden. Nachhaltige Reinigungsmittel, die keine gefährlichen Stoffe enthalten, können meist über den normalen Abwasser- und Abfallstrom entsorgt oder dem Recycling zugeführt werden. Dies vereinfacht die Entsorgungslogistik und senkt etwaige Gebühren für Sonderabfall. Außerdem entstehen weniger Folgekosten durch Umweltschäden (die zwar oft externalisiert und nicht direkt vom Verursacher getragen werden, aber in Zukunft verstärkt durch Abgaben oder strengere Gesetze relevant werden könnten, z. B. Wassergebühren bei hoher Schmutzfracht).

  • Effizienzsteigerung und Reputation: Nachhaltigkeit geht Hand in Hand mit Effizienz. Moderne Reinigungsmaschinen mit Eco-Modus, sensorgesteuerte Reinigung (die nur bei Bedarf reinigt, statt starr nach Plan) und Schulungen der Mitarbeiter auf effiziente Techniken reduzieren den Zeitaufwand pro Reinigungsaufgabe. Wenn ein Reinigungsvorgang durch das richtige Mittel und Methode schneller oder mit weniger Unterbrechungen abläuft, können Personalkapazitäten besser genutzt werden – das ist in einer personalintensiven Branche ein erheblicher Vorteil. Zwar hängt die Reinigungsleistung auch von mechanischen Faktoren und der Schulung ab, doch ein gutes nachhaltiges Produkt wird so formuliert sein, dass bereits geringe Dosierungen eine hohe Wirksamkeit erzielen. Dies unterstützt die Mitarbeiter dabei, rasch ein qualitatives Ergebnis zu erreichen, was die Produktivität steigert.

  • Nicht zu vernachlässigen ist auch der Imagegewinn und Marktvorteil: Für Gebäudedienstleister kann das Angebot nachhaltiger Reinigung ein Alleinstellungsmerkmal sein, das bei Ausschreibungen positiv bewertet wird. Immer mehr Auftraggeber – ob öffentliche Hand oder private Unternehmen – legen Wert auf Umweltverträglichkeit ihrer Dienstleister. Wer nachweisen kann, nachhaltige Reinigungsmittel einzusetzen und vielleicht sogar nach ISO 14001 (Umweltmanagement) zertifiziert ist, kann sich Wettbewerbsvorteile sichern. Das Marketing mit grünen Dienstleistungen spricht zudem ein steigendes Umweltbewusstsein der Kunden an. Auch intern wirkt sich ein gutes Nachhaltigkeitsimage aus: Mitarbeiter identifizieren sich eher mit einem verantwortungsvollen Arbeitgeber, was die Motivation und Mitarbeiterbindung verbessert – ein Faktor, der langfristig Kosten für Personalbeschaffung senkt.

  • Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter: Ein Aspekt, der sowohl eine soziale als auch ökonomische Komponente hat, ist die Arbeitsleistung der Reinigungskräfte selbst. Wenn dank ungefährlicherer Reinigungsmittel gesundheitliche Beeinträchtigungen zurückgehen (weniger Atemschutz nötig, keine tränenden Augen, weniger Hautprobleme), können die Mitarbeiter ihre Arbeit konzentrierter und mit weniger Pausen verrichten. Gesündere Arbeitnehmer haben weniger Krankheitstage, was die Personalkosten senkt und die Zuverlässigkeit der Dienstleistung erhöht. Zudem ermöglichen ergonomische Hilfsmittel (z. B. höhenverstellbare Stiele, leichtere Geräte, vorgefeuchtete Tücher) ein zügigeres Arbeiten ohne frühzeitige Ermüdung. Dies alles steigert die Effektivität der Reinigungsdienste. Zwar lassen sich diese Effekte nicht immer einfach in Euro beziffern, aber in einer Gesamtrechnung über die Zeit machen sich stabile, effiziente Arbeitsprozesse bezahlt.

Schlussfolgerung

Abschließend lässt sich festhalten, dass nachhaltig ausgerichtete Reinigung im Facility Management nicht nur ein Beitrag zum Umweltschutz ist, sondern auch handfeste ökonomische Vorteile mit sich bringen kann. Die manchmal höheren Anschaffungskosten für ökologische Produkte amortisieren sich durch Einsparungen an anderer Stelle (geringerer Verbrauch, weniger Schäden, weniger Ausfälle) und durch weiche Faktoren wie Kundenzufriedenheit und besseres Image. Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit gehen hier Hand in Hand, indem Qualität, Effizienz und Verantwortung als gleichwertige Ziele verfolgt werden.

Rechtliche und normative Rahmenbedingungen in Deutschland

In Deutschland ist der Einsatz von Reinigungsmitteln in vielfältiger Weise durch Gesetze, Verordnungen und Normen geregelt. Diese rechtlichen Rahmenbedingungen dienen dem Zweck, Umwelt und Gesundheit zu schützen und einen sicheren Umgang mit Chemikalien zu gewährleisten. Für nachhaltige Reinigungsmittel sind insbesondere Regelungen relevant, die Anforderungen an Umweltverträglichkeit und Arbeitsschutz stellen.

Im Folgenden wird ein Überblick über die wichtigsten gesetzlichen Vorgaben und Normen gegeben:

Regelwerk / Norm

Relevanz für Reinigungsmittel und -prozesse

EU-Detergenzienverordnung (EG) Nr. 648/2004<br>(Detergenzien-Verordnung)

Europäische Verordnung, die die Herstellung, den Inhalt und die Kennzeichnung von Wasch- und Reinigungsmitteln regelt. Sie schreibt u. a. die vollständige aerobische biologische Abbaubarkeit von Tensiden vor und legt fest, welche Inhaltsstoffe auf Verpackungen deklariert werden müssen. Diese Verordnung bildet die Grundlage dafür, dass moderne Reinigungsmittel umweltverträglicher sind (z. B. Verbot bestimmter toxischer Tenside oder Begrenzung von Phosphaten in Waschmitteln).

Wasch- und Reinigungsmittelgesetz (WRMG)<br>(deutsches Ausführungsgesetz zur EG-DetergenzienVO)

Nationales Gesetz, das die EU-Vorgaben ergänzt und konkretisiert. Es verfolgt das Ziel, Umwelt und menschliche Gesundheit vor nachteiligen Einwirkungen von Wasch- und Reinigungsmitteln zu schützen. Im WRMG sind z. B. Meldepflichten für bestimmte Inhaltsstoffe festgelegt (historisch die Vergabe von UBA-Nummern) und es stellt sicher, dass in Verkehr gebrachte Reinigungsmittel den EU-Anforderungen entsprechen.

Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)

Deutsche Verordnung zum Schutz der Beschäftigten und Umwelt vor gefährlichen Stoffen. Sie greift, wenn Reinigungsmittel als Gefahrstoffe (ätzend, reizend, entzündlich, umweltgefährlich etc.) eingestuft sind. Die GefStoffV verpflichtet Arbeitgeber, eine Gefährdungsbeurteilung bei Umgang mit solchen Mitteln durchzuführen, geeignete Schutzmaßnahmen (Persönliche Schutzausrüstung, Lüftung) bereitzustellen und Mitarbeiter zu unterweisen. Nachhaltige Reinigungsmittel, die nicht als Gefahrstoff gelten, vereinfachen die Einhaltung dieser Vorschrift erheblich.

Chemikalien-Verbotsverordnung

Regelt Verbote und Beschränkungen für besonders gefährliche Chemikalien im Anwendungsbereich des Chemikaliengesetzes. Für Reinigungsmittel relevant, da gewisse Inhaltsstoffe (z. B. bestimmte Lösungsmittel, giftige Verbindungen) gar nicht erst in Produkten für Endverbraucher auftauchen dürfen. Sie unterstützt somit indirekt den Trend zu ungefährlicheren Mitteln.

Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012 und Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Gelten für desinfizierende Reinigungsmittel (Biozide). Die Biozid-VO verlangt eine Zulassung von bioziden Wirkstoffen und Produkten, um sicherzustellen, dass diese wirksam, aber auch für Umwelt und Anwender vertretbar sind. Das IfSG schreibt vor, dass nur gelistete Desinfektionsmittel in bestimmten Bereichen (behördlich angeordnete Desinfektion) verwendet werden dürfen. Für nachhaltige Reinigung bedeutet dies: Desinfektionsmittel nur wo nötig einsetzen und auf gelistete, möglichst umweltschonende Produkte zurückgreifen.

Wasserhaushaltsgesetz (WHG) & Abwasserverordnung

Diese Regelwerke zielen darauf ab, Gewässer vor gefährlichen Einleitungen zu schützen. Gemäß WHG ist es verboten, umweltgefährdende Stoffe in Boden oder Gewässer gelangen zu lassen. In der Praxis heißt das, dass z. B. ölhaltige oder giftige Reinigerrückstände nicht einfach in den Ausguss gelangen dürfen. Die Abwasserverordnung setzt Grenzwerte für Schadstoffe im Abwasser fest. Nachhaltige Reinigungsmittel mit biologisch abbaubaren Inhaltsstoffen erleichtern es, diese Grenzwerte einzuhalten.

Arbeitschutzgesetz (ArbSchG) & Technische Regeln (TRGS)

Der Arbeitsschutz in Deutschland fordert, Gefahren für Beschäftigte so gering wie möglich zu halten. Technische Regeln für Gefahrstoffe (z. B. TRGS 400, TRGS 401) geben konkret vor, wie mit Reinigungschemikalien umzugehen ist (Hautschutzpläne, Lüftungsanforderungen etc.). Nachhaltige Reinigungsmittel, die keine gefährlichen Stoffe beinhalten, reduzieren den Aufwand und die Risiken im Arbeitsschutz erheblich. TRGS 510 regelt z. B. die Lagerung von Gefahrstoffen – wenn auf solche verzichtet wird, vereinfacht das die Betriebsorganisation.

DIN-Normen (DIN EN 13549, DIN 18919 etc.)

Die DIN EN 13549 ist eine europäische Norm für Gebäudereinigungs-Dienstleistungen und beinhaltet Grundsätze für eine umweltschonende und verträgliche Reinigung sowie Qualitätsmaßstäbe. Weitere Normen wie DIN 18919/18920 betreffen die Reinigung von Außenanlagen. Obwohl Normen freiwillig sind, setzen sie Branchenstandards – nachhaltige Reinigung entspricht diesen modernen Qualitätsnormen und wird in Audits positiv bewertet.

GEFMA 160 Richtlinie (Nachhaltigkeit im FM – Bewertungssystem Reinigung)

Branchenleitfaden des Deutschen Verbandes für Facility Management. Diese Richtlinie gibt einen umfassenden Kriterienkatalog für nachhaltige Reinigungsdienstleistungen vor, inklusive Planung, Ausführung (mit Vorgaben zum Einsatz nachhaltiger Reinigungs- und Pflegemittel sowie Geräte) und Erfolgskontrolle. Die Anwendung solcher Richtlinien ist freiwillig, zeigt aber, dass nachhaltige Reinigung mittlerweile als Best Practice im FM angesehen wird.

Umweltzeichen (Blauer Engel, EU Ecolabel)

Gütesiegel, die freiwillig auf Produkten angebracht werden können. Der Blaue Engel (DE-UZ 194 für Reinigungsmittel) kennzeichnet Produkte, die strenge Kriterien erfüllen: u. a. Verzicht auf umwelt- und gesundheitsgefährdende Chemikalien, Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen, leicht abbaubare Tenside, minimale Verpackung. Das EU-Ecolabel („Euroblume“) ist ein europäisches Umweltzeichen mit ähnlichen Anforderungen. Öffentliche Einrichtungen und Unternehmen achten in Beschaffungsrichtlinien zunehmend auf solche Label, um sicherzugehen, dass eingekaufte Reinigungsmittel umweltfreundlich sind.

Übersicht

Diese Übersicht zeigt, dass es bereits ein dichtes Netz an Vorschriften gibt, das die Nachhaltigkeit im Bereich der Reinigungsmittel fördert oder sogar vorschreibt. Insbesondere die EU-Detergenzienverordnung und das deutsche WRMG haben z. B. dazu geführt, dass phosphathaltige Wasch- und Reinigungsmittel weitgehend vom Markt verschwunden sind und dass Hersteller verpflichtet sind, für Transparenz bei den Inhaltsstoffen zu sorgen. Auch die Absenkung zulässiger Lösemittelgehalte in vielen Produkten ist eine Folge verschärfter Chemikaliengesetze und Verbraucheranforderungen.

Für Facility Manager bedeutet die Beachtung dieser Rechtsgrundlagen, dass sie einerseits Compliance sicherstellen müssen – alle eingesetzten Produkte sollten den geltenden Gesetzen entsprechen – und andererseits Chancen nutzen können, die sich aus der freiwilligen Einhaltung von Normen und Labels ergeben. Beispielsweise kann ein Reinigungsdienstleister, der den Blauen Engel vorweisen kann oder nach ISO 14001 zertifiziert ist, seine Rechtssicherheit und Marktposition verbessern. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen entwickeln sich stetig weiter (z. B. Diskussion um Mikroplastik-Verbot in Reinigungsprodukten oder strengere EU-Chemikalienstrategie), was in Zukunft die Bedeutung nachhaltiger Inhaltsstoffe noch erhöhen wird. Es ist daher vorausschauend, schon jetzt im Gebäudemanagement auf zukunftsfähige, nachhaltige Produkte zu setzen, um künftigen Auflagen gerecht zu werden und Vorreiter in Sachen Umweltschutz zu sein.

Umsetzung nachhaltiger Reinigung im Facility Management

Ein Schlüsselaspekt ist die Frage, wie nachhaltige Reinigungsmittel und -verfahren konkret im Alltag des Facility Management implementiert werden können. Es reicht nicht, lediglich grüne Produkte zu beschaffen – auch Organisation, Schulung und Kontrolle müssen auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein, um das volle Potenzial auszuschöpfen.

Im Folgenden wird ein ganzheitlicher Ansatz zur Umsetzung dargestellt, von der Planung über die Durchführung bis zur Überprüfung der Reinigungsleistungen.

  • Strategische Planung und Beschaffung: Am Anfang steht die Beschaffungsstrategie. Facility Manager sollten Leitlinien für den Einkauf von Reinigungsmitteln entwickeln, die Nachhaltigkeitskriterien klar festschreiben. Zum Beispiel kann festgelegt werden, dass bevorzugt Produkte mit anerkannter Umweltkennzeichnung (Blauer Engel, EU Ecolabel) oder nachweislich unbedenklicher Zusammensetzung beschafft werden. Darüber hinaus ist zu prüfen, welche Produktgruppen wirklich benötigt werden: Eine Sortimentsbereinigung kann helfen, die Anzahl unterschiedlicher Chemikalien zu reduzieren. Oft genügen einige Allzweckreiniger und milde Spezialreiniger, um 90 % der Aufgaben abzudecken – je weniger verschiedene Produkte, desto einfacher das Handling und desto geringer das Fehlerrisiko. Bei Ausschreibungen für Reinigungsdienstleistungen sollten Nachhaltigkeitskriterien ein Teil der Bewertung sein (z. B. Nachweis, dass der Dienstleister nachhaltige Mittel einsetzt, Schulungen durchführt etc.). Öffentliche Auftraggeber in Deutschland gehen hier oft mit gutem Beispiel voran und verlangen solche Kriterien bereits in der Vergabe.

  • Schulung und Sensibilisierung: Mitarbeiter sind der entscheidende Faktor bei der Umsetzung. Reinigungskräfte und Objektleiter müssen über die Vorteile und die richtige Anwendung nachhaltiger Reinigungsmittel informiert werden. Schulungsinhalte sollten sein: korrekte Dosierung (denn ein noch so umweltfreundlicher Reiniger nützt wenig, wenn er massiv überdosiert wird), Einwirkzeiten und mechanische Unterstützung (z. B. Schrubbtechniken, damit milde Reiniger gut wirken können), Kenntnis der Symbole auf den Produkten (ob vielleicht doch Schutzmaßnahmen nötig sind) und allgemeine Umwelt- und Gesundheitsaspekte. Wichtig ist auch, mögliche Vorurteile abzubauen – etwa die Annahme, ein Reiniger ohne Chlor reinige nicht gründlich genug. Durch praktische Vorführungen kann gezeigt werden, dass nachhaltige Produkte leistungsfähig sind. Motivation entsteht, wenn Mitarbeiter verstehen, dass sie mit ihrer Arbeit einen Beitrag zu Umweltschutz und Gesundheit leisten. Einige Unternehmen integrieren Nachhaltigkeit in ihre Unternehmenskultur, was die Identifikation der Beschäftigten stärkt.

  • Anpassung der Reinigungsprozesse: Nachhaltige Reinigung erfordert mitunter eine Optimierung der Prozessabläufe. Beispielsweise kann ein Vier-Farben-System (farbcodierte Tücher für verschiedene Bereiche) kombiniert mit milden Reinigern die Hygiene erhöhen, ohne aggressive Desinfektionsmittel einzusetzen – so wird Querkontamination verhindert und trotzdem Material geschont. In Sanitärbereichen könnte anstelle täglicher Desinfektion eine gründliche Reinigung mit neutralen Reinigern plus bedarfsweiser Desinfektion treten. Dosiersysteme sollten installiert werden: Von manuellen Dosierhilfen (Messbecher, Dosierkappen) bis zu automatischen Mischanlagen für Großverbraucher. Diese stellen sicher, dass immer die richtige Menge eingesetzt wird. Zudem sollte geprüft werden, ob Reinigungsintervalle optimiert werden können: Eine bedarfsorientierte Reinigung (unterstützt durch Sensorik, z. B. Füllstandsmelder in Seifenspendern, Frequenzzähler an Türen) verhindert unnötige Reinigungsrunden und damit unnötigen Chemikalieneinsatz. Gleichzeitig darf die Sauberkeit nicht leiden – hier kommt es auf eine intelligente Steuerung an, die z. B. mittels Software oder IoT-Lösungen erkennt, wann und wo tatsächlich gereinigt werden muss.

  • Einsatz moderner Technik: Im Facility Management stehen heute innovative Geräte zur Verfügung, die Nachhaltigkeit fördern. Scheuersaugmaschinen mit einstellbarer Wasser- und Chemikaliendosierung, Akku-Sauger mit Eco-Modus für weniger Stromverbrauch, oder sogar Reinigungsroboter, die hochpräzise und dosiert arbeiten, sind Beispiele. Diese Technik sollte so ausgewählt und programmiert werden, dass sie Ressourcenschonung unterstützt. Ein konkretes Beispiel ist der Einsatz von Wasseraufbereitungssystemen (Ionenaustauscher oder Osmoseanlagen), die besonders reines Wasser erzeugen – damit lässt sich oft ohne Reinigungsmittel (oder mit sehr wenig) streifenfrei reinigen, etwa bei Glasflächen. Ebenso gehören Mikrofasertextilien zur Standardausrüstung: Ihre physikalische Reinigungswirkung reduziert den Bedarf an Chemie deutlich. Die Verantwortlichen sollten den Markt kontinuierlich beobachten und Neuerungen, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch vorteilhaft sind, testen und einführen. Allerdings müssen die Mitarbeiter in der Bedienung geschult sein, damit diese Geräte optimal wirken und nicht aus Unkenntnis umgangen werden.

  • Qualitätskontrolle und Monitoring: Ein häufiger Vorbehalt gegenüber nachhaltigen Methoden ist die Sorge, dass die Sauberkeit oder Hygiene leiden könnten. Dem begegnet man am besten mit stringentem Qualitätsmanagement. Es sollten objektive Kriterien und Kontrollpläne etabliert werden (wie sie z. B. in DIN EN 13549 empfohlen werden), um die Reinigungsqualität zu messen. Regelmäßige Begehungen, objektive Sauberkeitsbewertungen und Feedback-Schleifen mit den Nutzern der Gebäude helfen, das Niveau hoch zu halten. Werden Mängel festgestellt, ist zu analysieren, ob die Ursache im Produkt, in der Dosierung oder im Prozess liegt, und entsprechende Korrekturmaßnahmen sind umzusetzen. Die GEFMA-160-Richtlinie empfiehlt hier einen PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act): also Planung der nachhaltigen Reinigung (Plan), Durchführung nach Plan (Do), regelmäßige Überprüfung der Ergebnisse (Check) und kontinuierliche Verbesserung der Methoden (Act). Dieses systematische Vorgehen stellt sicher, dass Nachhaltigkeitsziele nicht nur auf dem Papier stehen, sondern praktisch erreicht und im Laufe der Zeit immer weiter optimiert werden.

  • Kommunikation und Reporting: Abschließend sollte über die Bemühungen und Erfolge in Sachen nachhaltiger Reinigung auch kommuniziert werden – sowohl intern als auch extern. Intern können z. B. Aushänge oder Infobriefe darüber informieren, dass im Gebäude umweltfreundliche Reinigungsmittel verwendet werden und warum das vorteilhaft ist (Bewusstseinsschärfung der Mitarbeiter und Nutzer). Extern können Nachhaltigkeitsberichte oder Zertifikate die Leistung des Facility Managements dokumentieren. Einige Unternehmen lassen sich ihre Gebäudereinigung im Rahmen von Nachhaltigkeitszertifikaten bewerten, was das Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit stärkt. Wichtig ist, dass diese Kommunikation ehrlich und konkret ist (Stichwort Green Cleaning statt bloßem Greenwashing).

Durch diese ganzheitlichen Umsetzungsschritte wird die nachhaltige Reinigung zu einem integralen Bestandteil des Facility Managements. Es zeigt sich, dass es nicht ausreicht, einfach „grüne“ Produkte einzukaufen – erst das abgestimmte Zusammenspiel von Produktwahl, Technik, Schulung und Management macht das Konzept erfolgreich. Langfristig entsteht so eine Kultur der Nachhaltigkeit, in der kontinuierlich nach Verbesserungen gesucht wird, um noch umweltfreundlicher, sicherer und effizienter zu arbeiten.